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Samstag, 26. Oktober 2019

QRP-Antenne

Mein Wunsch nach funktechnischer Mobilität war der Antrieb mal in Richtung kleine QRP-Antennen zu schauen. Fertiggeräte gibt es zwischen 100 und 150 Euro bei bekannten Händlern des Vertrauens. Zum Ausprobieren war mir das zu teuer. Selbstbau war also angesagt. Nun war mir der Aufwand zu groß die Antenne komplett zu "entwickeln". Bei einem elektronischen Auktionshaus habe ich dann einen QRP-Antennenbausatz mit einer LED-Anzeige zum Einstellen des SWRs gefunden. Inklusive Versand für weniger als 15,-€. Einige Tage nach dem prognostizierten Lieferdatum lag das Tütchen im Briefkasten.

Tütchen-Inhalt
Eine erste Sichtung des Inhalts ergab ein fast zufriedenes Grinsen. Gehäuse, Antennenbuchsen, Kondensatoren, Knöpfe usw. alles drin. Sah erst einmal gut aus. Nur die Suche nach einer Bauanleitung und einer Beschreibung verlief erfolglos. Kein Bauplan, keine Anleitung! Der Versender wollte diese per Mail nachsenden... ist bei mir leider nicht angekommen. Eine Recherche im Internet (anderer Anbieter hatte in der Beschreibung einen Schaltplan abgebildet) förderte einen kleinen Schaltplan hervor, das Wickeln der Spule konnte ich im Internetvideo (Youtube --> QRP Bausatz) anschauen. Ohne Anleitung und mit chinesischen Schriftzeichen ist der Aufwand etwas höher aber schaffbar. Internet zur Recherche sollte aber vorhanden sein. Das Video benötigt man nicht zwingend. 

Der Bau:

Die Bestückung der Platine ist einfach da die Platzierung der Bauteil aufgedruckt ist. Der 1k Ohm Widerstand gehört als Vorwiderstand zur LED. Die Klebefolien dienen zur Beschriftung und als Bohrschablone für das Gehäuse. Ohne Anleitung ist das Nachmessen der Einbauteile notwendig. Der Ferritkern wird mit den Draht bewickelt, nach zehn Windungen folgt eine kleine Schlaufe zum späteren anlöten an den Drehschalter, wieder zwei Windungen nächste Schlaufe usw (siehe Schaltplan). Nun wird der fertigt umwickelte Kern mit den abstehenden Schlaufen an den Drehschalter angelötet. Nicht vergessen die Isolierung vorher von den späteren Lötstellen zu entfernen.
... die Vorbereitung
Den vorbestimmten Antennenbuchsen-Einbauort habe ich nach oben verlegt, so kann eine Teleskopantenne auf den BNC-Stecker des Gehäuses gesteckt werden.

Die Bedienknöpfe der Kondensatoren passen leider nicht. Es liegen größere Schrauben bei aber dennoch ist hier etwas Kreativität gefragt.



fertiger Bausatz (die Kappen passen so
leider nicht mehr auf die Knöpfe)

Fazit:

Das Ding funktioniert im Rahmen seiner Konstruktion. Es ist keine Wunderkiste, ermöglicht aber z.B. beim Wandern oder im Hotelzimmer ohne aufwändige Antennenkonstruktion QRV zu sein.
Für unter 15,-€ ein kleiner Bausatz mit schaffbaren Herausforderungen!

Mittwoch, 13. Februar 2019

MagneticLoop

Wie viele Funkamateure plage ich mich mit einem suboptimalen Antennenstandort herum. Immer auf der Suche nach einer Kurzwellenantenne für 80-Meter im Hosentaschenformat. Obwohl vielfach gegenteiliges behauptet wird, kommt es bei der Kurzwelle doch auf die Länge an. Oft ist aber gerade das nicht zu realisieren.

Deshalb gibt es hier einen weiteren Versuch: Eine Antenne auf kleinem Raum mit wenig Budget!
Die Priorität liegt hier auf die Machbarkeit und die Funktion. 

Für oben genannte Antennentypen gibt es unglaublich viele Ausführungsvarianten. Quellen sind im Internet oder in der einschlägigen Literatur wie Rothammels Antennenbuch zu finden.

Mein Nachbau sollte für den Versuch wenig kosten und mit möglichst vorhanden Mitteln zu konstruieren sein. Gleichwohl bestand die Überlegung mit einer großen Variante zu beginnen um sich dann stückweise im Durchmesser zu verkleinern.

Für den Umfang habe ich mich für eine Länge von 4,67 Meter entschieden, daraus ergibt sich mit Hilfe von PI ein Durchmesser von ~ 1,5 Meter. Für mich ein Kompromiss zwischen viel hilft viel und Handhabung. Die Webseite (66pacific.com) bietet u.a. ein Berechnungsprogramm an.


Zwei übrig gebliebene Regalstützen eines bekannten schwedischen Möbelhauses wurden zu einem Kreuz zusammengeschraubt. Als Antennenmaterial habe ich mich für 15er-CU-Rohr von der Rolle (weich) aus dem Baumarkt (inklusive der Montageschellen) entschieden (~25,-€). Vorsichtig abgerollt entstand die Antennenkreisform mit den beschriebene Abmessungen. Die Öffnung, wo der Drehkondensator montiert ist liegt unten. Oben erfolgt über eine PL-Buchse die Einspeisung.


Der erste Versuch mit einer Koppelschleife aus einer Antennenleitung konnte trotz des errechneten Durchmessers nicht mit ~ 50 Ohm, SWR < 1,5 auf 3,565 Mhz abgestimmt werden.
(... das erinnert daran, das Amateurfunk auch experimentieren ist 😊)

Der zweite Versuch mit einer Parallelkoppelleitung (Alu - 8mm), einem Lochbandeisen zur Abstimmung und einem zusätzlichen 1µF-Kondensator brachte die Werte in einen brauchbaren Bereich.

Derzeit läuft die MagneticLoop abwechselnd mit einer DO-Inverted-V Antenne. 
Der erste Eindruck: Die Inv-V nimmt seht viel Störsignale auf, das Heraushören von Nutzsignalen ist auf die Dauer anstrengend. Die Mag.-Loop ist hier deutlich ruhiger (~ 4S-Stufen). 

Erfahrungen im QRP-Bereich beim Senden stehen noch aus.
--> Update: Der 1 µF Kondensator ist wohl nicht so spannungsfest wie erwartet, nach kurzer Probeausendung macht sich die Konstruktion olfaktorisch bemerkbar.Erinnert mal wieder daran, wie überlastete Elektronik riecht :-).


Mittwoch, 23. Januar 2019

SprayCan-Antenne

Immer auf der Suche nach Antennenalternaiven für begrenzte Platzverhältnisse bin ich auf die "SprayCan"-Antenne aufmerksam geworden. Auf der Webseite von:
Eine kleine Antenne für 80m ist an sich ein Widerspruch und immer ein Kompromiss. Hier kommt es irgendwie doch auf die Länge an.
Die Materialien sind Standard-Ware im Baumarkt oder bei den üblichen Versendern. Damit lässt sich zu überschaubaren Kosten üben. Der Nachbau ist einfach und mit Hilfe eines Antennenanalysators (50€) gelingt auch die Abstimmung recht schnell.

Der erste Versuch mit der Antenne vom Dachboden (8m Höhe) die rund 180km entfernte SDR-Station Wismar zu erreichen scheiterten. Selbst das rund 25km entfernte Berlin lag außerhalb der Reichweite.
Lediglich ein Funkgerät in unmittelbarer Nähe zeigte überhaupt eine Sendeaktivität an.
Aus Rothammels-Antennenbuch habe ich inzwischen gelernt, dass die Anschlussleitung bis zur Mantelwellensperre mit strahlt. Die lag zuvor irgendwie rum.

Wenn die Temperaturen etwas wärmer werden, geht es an einen Outdoorversuch.